Metallica
f. 1981 in Los Angeles, Kalifornien, USA
Heavy Metal, Hard Rock, Speed Metal, Thrash

Death Magnetic / 12. September 2008 / Vertigo  

(1) That Was Just Your Life
(2) The End of the Line
(3) Broken, Beat & Scarred
(4) The Day That Never Comes
(5) All Nightmare Long
(6) Cyanide
(7) The Unforgiven III
(8) The Judas Kiss
(9) Suicide & Redemption
10) My Apocalypse

Schon vor der Veröffentlichung galt Death Magnetic als eines der wichtigsten Alben des Jahres. Warum? Würde Death Magnetic genauso schwach oder sogar schwächer als seine Vorgänger ausfallen, würde ein ganzes Genre ins Koma geraten. Der Mythos des großen, unbeirrbaren Heavy Metals würde von jetzt auf gleich kippen, gerade weil Metallica in den letzten Jahren – oder man muss ehrlicherweise sagen: der letzten Dekade – sich mehr und mehr dem Heavy-Metal-Mainstream zugewandt haben. Der Anfang des sanften Untergangs des Riesen begann langsam, aber stetig, mit Load. Selbst das etwas besser ausgefallene St. Anger konnte nichts daran ändern, dass die Fangemeinde sich immer enttäuschter zeigte.

Und nun diese Funkstille von ca. fünf Jahren. Dazu wurde Rick Rubin als Mastermind hinter den Reglern angekündigt. Rubin, ein Name der eigentlich keiner Erklärung mehr bedarf. Ein Mann, der schon einigen Bands zu Ruhm und zum Wiedererstärken half.

Und auch bei Death Magnetic zeigt er mal wieder, wozu er fähig ist. Die Produktion hat keine Schnörkel mehr. Geradlinigkeit und pure Kompromisslosigkeit zeichnen das Album aus. Opener „That Was Just Your Life“ donnert einem lupenreine Metalgitarren und –drums ins Gesicht. Und die Zwischensoli, die unverwechselbaren Bridges und Ulrichs Schlagezug haben wieder Gefallen daran gefunden zusammen zu harmonieren. Die Jungs haben wieder Spaß am Musik machen. Soll nicht heißen, dass sie das vorher nicht auch gehabt haben. Aber man merkt schon, ob jemand mit dem Kopf oder dem Herzen bei der Sache ist. Und so wirkt „Broken, Beat & Scarred“ irgendwie, als wenn die Band zusammengekommen wäre und einfach nur drauf los spielt. Knochenhart, exzentrisch betonte Dynamiken. Nach einigen Minuten badet man in seinem eigenen Schweiß. Mit „The Day That Never Comes“ meint man ein wenig durchatmen zu können. Was sich dann auch wieder nach einigen Minuten erledigt hat, wenn die Band auf den Turbo tritt.

Man sollte keineswegs meinen, dass es die Sorte von Heavy Metal ist, bei der sich jeder Song gleich anhört. Nichts da. Schon wie in den früheren Zeiten hat jeder der Songs seinen eigenen Charakter, seine eigene Rhythmik und durchaus divers ausfallende Höhe- und Wendepunkte. So wechselt bei „Cyanide“ der Rhythmus und die Tonart mehrere Male, sodass man zunächst meinen könnte bereits das nächste Lied zu hören. Und diese Wechsel gestalten sich mehr als harmonisch.

Was natürlich nicht auf dem Album fehlen darf, ist ein „Unforgiven III“ – und das ist dann leider auch die Enttäuschung des Albums. Denn genau hierbei driftet man in Teilen wieder in gewohnte Load- und Re-Load-Tiefen ab. Mainstream-Streicher, halbherzige Harmonien die man schon mal irgendwo einmal gehört hat und eine gepresst wirkende Gesangsstimme.

Es bleibt festzuhalten: Metallica hören sich endlich wieder wie Metallica an. Ohne größere Abstriche. Da sollten sie weitermachen. 

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