Sonic Youth
f. 1981 in New York, New York, USA
American Underground, Grunge, Indie Rock, Noise Rock, College Rock

Dirty / 21. Juli 1992 / DGC  

(1) 100%
(2) Swimsuit Issue
(3) Theresa's Sound World
(4) Drunken Butterfly
(5) Shoot
(6) Wish Fulfillment
(7) Sugar Kane
(8) Orange Rolls, Angel's Spit
(9) Youth Against Facism
(10) Nic Fit
(11) On the Strip
(12) Chapel Hill
(13) JC
(14) Purr
(15) Créme Brûlèe

Im US-amerikanischen Underground waren sie schon längst bekannt, als David Letterman Sonic Youth zu ihrem ersten TV-Auftritt einlud. Dann hieß es nur noch: „Ladies and Gentlemen, please welcome Sonic Youth“ und Sonic Youth erreichten auch die Sphären oberhalb des Untergrunds. Labelpartner Nirvana übten mit dem Erfolg von Nevermind einen gewissen Druck auf Sonic Youth aus; das Label DGC war der Meinung, dass konstantes Promoting der Musik auch den gewünschten kommerziellen Erfolg bringen würde. Sonic Youth wehrten sich schon seit ihrer Gründung konstant gegen die permanente, mediale Präsenz.
„100%“ wurde eine epochale Hymne der neuen Grungebewegung. Aber das Album durchweg dem Grunge zuzuschreiben, wie es viele auch heute noch machen, wäre ein fataler Fehler. Sicherlich besitzen einige Songs grandiose Grungemomente, allen voran „100%“ und „Wish Fulfillment“, jedoch ist das Neuartige hierbei die bombastische Produktion von Butch Vig. Thursten Moores und Lee Ranaldos Gitarren haben vielmehr Kraft erhalten, als auf einem der Vorgänger von Dirty. Zudem wirken die Gitarren präsenter als jemals zuvor. Musikalisch bewegen sich Sonic Youth in den Dimensionen von Daydream Nation und Goo. Gleichwohl ist das Meiste des Albums eine musikalische Weiterentwicklung von Sister. Das stets anhaltende Chaos der Stromgitarren, dazu die Ausarbeitung der treibenden Rockstrukturen. In all den Jahren wurden sie besser in ihrer Art, die Landkarte des Rocks neu zu gestalten: Das wunderschöne „Wish Fulfillment“, das brutale „Drunken Butterfly“ und „Purr“ oder auch der Klassiker „100 Percent“ machen dies deutlich.
Dirty ist zwar keine epochale Referenz, dennoch ein hartes und ehrliches Statement gegenüber dem damals anwachsenden Strom des Mainstreams. Und dieses Album ist eines der besten von Sonic Youth. 
- Dennis Vihar

Sonic Youth online: www.sonicyouth.com

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